
Über das letzte Wochenende und den Donnerstag und Freitag davor in Berlin geweilt. Zunächst geschäftlich und dabei höchst Interessantes erlebt: Den Besuch in der ehemaligen Pan Am Crewlounge im obersten Stockwerk des Eden Hotels nahe des Kudamms. Ausserdem in der Indischen Botschaft und der Konrad-Adenauer-Stiftung gewesen. Wirklich sehr interessant. Den Regierungssprecher gehört. Auch interessant.
Insgesamt ein Berlin für den Kopf und die grauen Zellen.Denn auch mit A. am Sonntag statt in die üblichen Orte wie Panoramabar und Berghain lieber ausgeschlafen, mit Oma gefrühstückt und dann in die Gedenkstätte Hohenschönhausen gefahren. Das kann ich nur jedem wirklich empfehlen. Die Führungen werden von Zeitzeugen durchgeführt. Wir hatten das Glück zunächst die Einführung von Edda Schönherz zu hören, die aufgrund ihrer professionellen Berufshistorie eine derart einnehmende Art war, dass ich zuerst ein wenig enttäuscht war, dass unsere Gruppe geteilt wurde und wir einen anderen Führer bekamen.
Dieser war jedoch Sigmar Faust, ein Schriftsteller, der unter anderem auch schon mal mit Wolf Biermann zusammen wohnte. Hochkarätige Personen. Auch wenn die Recherche nach Faust mich auf indymedia-Seiten führte, die anmuten, dass er in Zusammenhang mit der IGfM in einem braunen Umfeld agiert. Bin jetzt etwas verstört. Er kam mir jetzt von seinem Gedankengut wenig braun vor… allerdings gibt es ja auch wieder die andere Seite, die sagt, dass Ex-Kommunisten aus der DDR Verleumdungen gegen Regimekritiker der damaligen Zeit noch heute streuen. Gott… auf welche Seite soll man sich in heutigen Zeiten noch schlagen. JEder kann im Netz den größten Mist schwabbeln. Schwer nachzuvollziehen.
Die Geschichten hinter dem HSH-Komplex sind jedenfalls so aufwühlend, dass man sich diesen Ort mit klarem Kopf ansehen sollte. Vielleicht sollte man auch keinen Partyabend dranhängen. Ich verweise da einfach auf die Infoseite der Gedenkstätte. Und kann nur noch einmal sagen, dass man die Zeit nutzen sollte, solange noch Zeitzeugen diese Führungen machen. In ein paar Jahren wird dies womöglich nicht mehr stattfinden können und es ist eine vollkommen andere Atmosphäre mit jemanden durch die Räume zu gehen, die selbst der Stasiwillkür ausgesetzt waren.
#gruentracker: peter licht – das lied vom ende des kapitalismus