
Der aufmerksame Betrachter wird merken, daß M. auf dem obigen Bild fehlt. Der fuchsmäßige Betrachter schafft dann die Transferleistung, M. als den Fotografen dieses Bildes zu identifizieren.
Bon.
Dann will ich die 5 Tage von Donnerstag bis Montag zusammenfassen, ohne zu arg abzuschweifen.
Wir brachten dieses Jahr ein generalstabsmäßig ausstaffiertes Festvialequipment an den Start. Zelte für jedermann und jederfrau von uns. Gut, die Geschwister V. teilten sich eins, obwohl wir noch eins übrig gehabt hätten. Pavillon, Campingstühle, Gaslaterne, Kocher, Wasser en masse. Das erspart eine Menge späteren Mißmut.
Nachdem wir es natürlich dann doch nicht geschafft hatten pünktlich um 14.00 Uhr loszufahren, bogen wir schlussendlich immerhin noch im Tageslicht in die Gräfenhainicher Parkbucht ein. Dumm, wir konnten nicht wie gehofft direkt mit dem Auto zum Zeltplatz sondern wurden mit Packeseltum angeödet.
Eine Gruppe von Locals hatten auf dem Caravanplatz eine eigene mittelgroße Zeltdissse aufgebaut, die mangels Alternativen wohl schon am Vortag für den ein oder anderen Absturz verantwortlich gewesen sein dürfte.
Freitag 
Ich schlingerte noch kurz ins nahegelegene Einkauswunderland um mich mit Handtüchern (

- ach ja... ein Winnie Puh Handtuch gönnte ich mir schon auf der Hinfahrt.. war das einzige in vernünftiger Größe - einzudecken. Campingstuhl und Skateboard zum Transport wanderten auch in den Einkaufskorb. Das Skateboard im Übrigen war die vielleicht größte Schnapsidee dieses Wochenendes.
Der Freitag also. Erster Festivaltag. Die Sonne war noch nicht wirklich da. Wolken beherrschten den Himmel und Jägermeister Red Bull meinen Getränkeplan.
Wir pilgerten relativ zeitig, sprich: eigentlich ganz zu Beginn zum Gelände und starteten mit
Markus Kavka. Man mag es mir verzeihen, wenn ich nicht mehr so ganz auf die Reihe bekomme, wo wir wann genau waren. Highlights des ersten Abends waren auf jeden Fall die Auftritte von
Tobias Thomas,
Apparat und
Ladytron.
Justine Electra hatte bei ihrem Set mit der Leere und generell etwas seltsamen Atmosphäre des Red Bull Music Academy Floors zu tun, der eigentlich ganz nett hätte sein können und vielleicht auch mal irgendwann war, doch gab es wahrscheinlich nicht wenige, die diesen Ort gar nicht erst gefunden haben.
Freitag kann man getrost unter planlosem Rumgeirre zwischen den Bühnen abhaken. Möglicherweise waren es
Jeans Team, deren Performance mich ein wenig aus der Bahn geworfen hatte. Danach schaffte ich es lange nicht konstant einen Weg einzuhalten.
Jamie T. fand ich noch ganz nett und auch
Motorpsycho gefielen mir besser als ich zu der Uhrzeit erwartet hätte. Ein wenig zu bassig vielleicht, aber grundsätzlich finde ich ja, dass die Jungs eine Art von Seele rüberbringen, die man schlecht nicht mögen kann.
Autechre und Tiefschwarz habe ich aus mir unbekannten Gründen nicht mitbekommen... ah doch... weil ich ja bei Motorpsycho war, die zeitgleich mit Autechre spielten und danach hüpften wir kurz zum Zeltplatz um uns kurz zu lockern und B. zu besuchen, der leider schon ein wenig früher ins seinen Schlafsack kroch.
Gegen 3.00 Uhr sind wir dann wieder zurück gelaufen und da
Koze definitv zu verspult auflegte genossen wir das knarzende Set von
Magda, die uns zusammen mit
Goldie die Zeit bis 05.00 Uhr vertrieben. Da wollten wir unbedingt
Grrr! unsere freundschaftliche Aufwartung machen, und die wurde auf eine harte Probe gestellt. Dennnn. Es war gähnende Leere. Das riesige Coca Cola Soundwave Zelt, welches von uns so gut wie nie frequentiert wurde war bis auf ein paar versprenkelte Gesichter ziemlich verlassen. Das war für die LYS-Jungs nicht gerade das, was sie sich vorgestellt hatten und dementsprechend war die Laune bemüht. Naja. So hippelten wir dann so um die 6 Uhr zum Zeltplatz um den Samstag einzuläuten.
Goldie hatte ohne Witz mitten in seinem Drum'n'Bass-Set die Hymne schlechthin
Smells like teen spirit gespielt und was noch an Menschen vor der Main Stage vorhanden war mobilisierte, was noch an Kraft in ihnen steckte. Sein MC entliess uns danach mit der Frage "
Didn't that feel good?" in den Morgen. Jepp... es fühlte sich gut an. Der erste Melt!-Tag. Aber es war noch nicht wirklich das, was ich erwartet hatte.
Samstag
Man kann den Morgen und Nachmittag getrost mit folgenden Worten zusammenfassen: Abasseln. Lockermachen. Pennen. Pinkeln. Trinken. Pinkeln. Pennen. In den See springen. Schwitzen. Stöhnen. Pinkeln. Trinken. Dösen.
Die Tätigkeiten entsprachen unseren Fähigkeiten.
Alles wurde jedoch anders als die Sonne sich anschickte hinterm Horizont zu versinken. Wir fanden uns schlauer als am ersten Abend, der uns wahrscheinlich auch deshalb so lahmarschig machte, weil wir schon um 24.00 Uhr - also zur Hälfte des Programms - bereits fast 7 Stunden auf dem Gelände waren.
Dieses Mal warteten wir bis knapp neun und das erwies sich im Nachhinein als keine falsche Entscheidung.
Zwar verpassten wir Stereo Total und Werle & Stankowski, dafür begannen wir mit
Hot Chip, die ganz nett waren. Ganz nett. Jepp. Mehr auch nicht. Ich war nicht ganz so hingerissen, wie ich gewünscht hätte, aber definitiv ein guter Anfang.
Dann brimmte auch mein Handy und ich bekam einen Anruf von meinem alten Festivalfreund C., den ich schon 2003 und letztes Jahr auf dem Melt! traf. Dieses Mal sogar in Gruppe mit meiner damaligen Schulwegkumpanin J.. Ein sehr netter Zufall. Nach kurzem Austausch über den Vortag erklommen wir die Steinstufen zur Big Wheel Stage und trafen auf den Rest unserer Truppe während im Hintergrund noch die letzten Töne von
Le Hammond Infernos Set erklangen. Danach enterten
Booka Shade die Bühne und gaben mir das erste Samstaghighlight. Es war das erste Konzert in Deutschland in diesem Jahr und ihre Freude darüber konnte man wirklich spüren.
Dann gab es den ersten Gewissenskonflikt. Trentemoeller oder Michael Mayer?
Ich muss kurz mal erklären, wie die ganze Bühnenhopserei ablief. Einserseits befand man sich sowieso immer höchstens 10 Minuten von der nächsten Bühne entfernt, andererseits war da die Geschichte mit dem Wasser. Trinkwasser. Im Gegensatz zu so ziemlich jedem anderen Festival, das ich bis jetzt besuchen konnte, gibt es auf dem Melt! richtige festinstallierte Toiletten. Und in diesen Toiletten wiederum gibt es richtige Waschbecken mit kaltem Trinkwasser. Dieses konnte man sich dann in seinen 0,4 Becher füllen so oft man den Weg zum Klo auf sich nahm. Und oft war in diesem Fall wirklich häufig.
Bühnenwechsel ergaben sich also hauptsächlich aus der Notwendigkeit, das Wasser aufzufüllen. Wenn man sowieso schon unterwegs war, konnte man auch gleich einen kurzen Blick auf die Bühnen werfen. Dieses Mal also kurz
Black Rebel Motorcycle Club angeguckt... ganz kurz... und da
Trentemoeller noch aufbaute, stellte ich mich erst zu
Michael Mayer. Den hatte mir A. ans Herz gelegt. Und was mir A. ans Herz legt, wo sie sich ja sowieso schon befindet, muss ich mir auf jeden Fall auch ansehen bzw. anhören. Ich wurde regelrecht mitgerissen und hoffte immer wieder auf eine schlechte Platte um endlich zu Trentemoeller zu gehen. Die kam dann auch, doch dummerweise fand ich dann die Anderen nicht. Und was ich zu dem Zeitpunkt nicht wissen konnte: Trentemoeller und Band wechselten immer langsame Ambientartige Passage mit harten Teilen ab. Nun... und ich war zweimal da.. und geriet beide Male in eine langsame Passage, die mich in dem Moment so anödete, dass ich wieder zu Michael floh.
Das war im Nachhinen vielleicht dumm, denn für die anderen war der Auftritt einer der besten des Melt!. Aber Michael Mayer lieferte auch eines der besten Sets ab. Ich sage mal... Einstand.
Wir waren dann alle wieder vereeint und es gab kein Halten mehr.
Digitalism rockte richtig ab. Machte wirklich Dampf unter dem Hintern und wenn ich am Freitag noch etwas schwach auf den Beinen war, wackelte mein Arsch an diesem Abend richtig.
Apropos Arschwackeln. Entgegen meiner Befürchtung erwies sich dann
Jan Delay mit seiner Mini-Bigband Disko No. 1 als willkommene Abwechslung zum permanenten Technogebummer. Abgesehen von den Reaggenummern, die - obwohl ich sie gerne höre - mich eher langweilten, funkte die Band mit den genialen Sängerinnen gerade drauf los. Und an der Stimmung änderten auch die nervenden Seitenhiebe seitens Jan Delay auf die Ravekultur nichts. Das Feuerwerk fand ich ganz hübsch und alles machte sich bereit für den heiß erwarteten
Deichkind Auftritt. Die
hatten beim letzten Melt! so krass abgerockt, dass die halbe Bühne später in Schutt und Asche lag.
Die Erwartungen waren also sehr hoch.
Und sie wurden zumindest von unserer Seite her erfüllt. C. war mittlerweile auch wieder aufgetaucht und in unseren Reihen.
Deichkind stellten alles, was ich vorher gedacht hatte in den Schatten. So eine komplett verquwaste Performance mit Trampolinen, Konfettikanonen, einem Wesen, das entfernt Ähnlichkeit mit dem
Schwarzen Ritter aus Monty Phytons Ritter der Kokosnuss aufwies, Gummibooten, Stagediven, der unsäglichen Fraktusgeschichte.... das kann ich nicht mal ansatzweise mit Worten wiedergeben. Da passt leider nur der Killersatz:
Da muss man dabei gewesen sein!
Danach verabschiedeten sich alle bis auf C. von mir und gingen zum Zelt. Zu zweit schlenderten wir noch über das Gelände, lauschten
DJ Hell und verbrachten noch eine kleine Weile am Red Bull Sleepless Floor. Auch an diesem Abend verirrten sich dann doch ein paar Jägermeister Red Bull in meinen Hals... trotz meines Vorhabens, dies aufgrund der Erfahrungen von Freitag nicht wieder zu tun.. .naja... Festival halt.
Gegen 9.00 ging C. dann zum Bahnhof und ich in die Knie.
SonntagErwähnte ich schon: Pinkeln, Trinken, Pennen, Dösen, Stöhnen, Pinkeln, in den See springen, Trinken, Pinkeln, Pennen?
Ja?
Aber so war's.... neben Hitze mit Temperaturen in der gleichen Region wie unser ungefährer Altersschnitt war das auch größtenteils das Programm für diesen Nachmittag.
Drei von uns verabschiedeten sich noch mal für den Red Bull Sleepless Floor, aber ich für meinen Teil war ziemlich froh einfach den Sleepfloor zu betanzen. Erst auf der Matte, dann auf der Matte mit Schlafsack und schliesslich dann doch im Zelt mit Schlafsack.
Tja. Das war's. Unser Melt! 2007.
Ein Minivideo und insbesondere bewegte Bilder vom Deichkindauftritt kommen dann auch noch bald.